Neue ärztliche Leitung für PAPAGENO Salzburg und Umgebung

PAPAGENO, das mobile Palliativteam, betreut und begleitet Familien mit Kindern und Jugendlichen mit schweren Erkrankungen und begrenzter Lebenserwartung. Seit September 2025 hat das Team Salzburg und Umgebung mit Dr. Johannes Spenger einen neuen ärztlichen Leiter.

Dr. Johannes Spenger schloss sein Medizinstudium 2009 in Graz ab und absolvierte seine ärztliche Ausbildung an verschiedenen Kliniken in Graz, Spanien und Wien bis ihn sein Weg nach Salzburg an die Landeskliniken und Paracelsus Medizinische Privatuniversität in die Kinderklinik führte.

Dort wurde er von Dr. Regina Jones angesprochen, ob ihn nicht die Kinder Palliativversorgung interessieren würde und „da hat es Klick gemacht“, erzählt er im Gespräch. „Mit 18 glaubte ich zu wissen, dass ich alles nur nicht Medizin studieren wollte.“ Doch dann folgte er doch sein Interesse an der Medizin „es hat gut funktioniert und war stimmig“. So erlebte er auch seinen Weg in die Kinderheilkunde. „Doch als Regina von der Palliativversorgung des PAPAGENO-Teams erzählte, war es ein ‚Klick‘ im Sinne von ‚Das ist es‘, schildert er begeistert. „Es fügt sich alles mit meinem bisherigen beruflichen Weg.“

Zusammenarbeit zwischen SALK und Hospiz Bewegung-Salzburg. Dr. Spenger schätzt die Zusammenarbeit zwischen SALK und Hospiz-Bewegung Salzburg sehr. Er sieht die enge und inzwischen seit elf Jahren funktionierende, verlässliche Zusammenarbeit mit der Kinderklinik als eine Stärke des PAPAGENO Teams. „Die personelle und strukturelle Zusammenarbeit kommt den Kindern zugute, da sie Hürden überbrückt und die Abläufe vereinfacht.“ Er ist überzeugt, dass „das ein Modell ist, von dem in anderen Bundesländern profitiert werden könnte“. Hinsichtlich der personellen Zusammenarbeit beschreibt er die Kinderklinik der SALK lächelnd als „Teich, der zum Fischfang taugt.“ Ja, Dr. Jones hat auch ihn dort „heraus gefischt“.

Von der Fügung geführt. Sein Einstieg in die Kinderheilkunde war nicht geplant oder als Karriereziel klar vorgegeben. Nein, Johannes Spenger spricht eher von Fügung. Im Rahmen der Ausbildung zum Allgemeinmediziner arbeitete er auch im Bereich der Kinderorthopädie, gefolgt von der Allgemeinen Pädiatrie und Neuropädiatrie (Bewegungsstörungen). Nach der Spezialisierung im Bereich der Kinder Neurologie folgte der Schritt nach Salzburg in den Spezialbereich der Angeborenen Stoffwechselerkrankungen. „Erkrankungen, die diese Kinder ein Leben lang begleiten und eine entsprechende Herausforderung und Belastung auch für die Familien darstellen. Ich habe sehr viel gelernt, auch von den interdisziplinären Teams.“ Er sieht sich als Teamplayer, schätzt das interdisziplinäre Miteinander, in dem man voneinander lernt und sich miteinander fortbildet, „um den Kindern in ihren komplexen Erkrankungen tragfähige Begleitung bieten zu können. Und es ist auch für die persönliche Demut wichtig, dass man nicht immer für alles, allein zuständig sein muss, weil es das Team gibt.“

Halten. Tragen. Unterstützen. Mitgehen. Er sieht seinen beruflichen Werdegang heute als Vorbereitung auf die Palliativmedizin, obwohl es nicht der klassische Weg ist, da die Spezialisierung in der Palliativversorgung vielfach mit onkologischem Hintergrund erfolgt. „Doch 90 % der Kinder, die wir bei PAPAGENO begleiten, leiden an nicht-onkologischen Erkrankungen.“

Neben der fachlichen Expertise geht es für Johannes Spenger im Palliativbereich „um’s Halten, Tragen, Unterstützen. Um’s Mitgehen“. Ihm ist natürlich auch der Wechsel bewusst, den es zwischen kurativer und palliativer Herangehensweise gibt. Er sieht diesen „Shift“ auch in Therapieziel-Änderungen, wenn z. B. eine Symptom Kontrolle nicht mehr möglich ist, sehr wohl aber Symptom Linderung. „In diesen komplexen Lebenssituationen lautet das Therapieziel nicht maximale Lebenslänge, sondern maximale Lebensqualität im bestmöglichen Sinne. Und das ist auch eine Frage der Haltung. Eine Haltung die im Team von PAPAGENO ganz fantastisch mitgetragen wird.“

„Der Tod kann nie das Ziel unseres Handelns sein“, zitiert Dr. Spenger dann auch noch den Ethiker Hans Jörg Kristians. Dieses klare Statement ist ihm wichtig, wie auch sein Engagement im Rahmen des Salzburger Ärzteforum für das Leben. „Das Sterben ist Teil des Lebens und soll auch zugelassen werden, aber es gilt nicht den Tod anzustreben.“ Diese Haltung entspricht seinem „geistlichen Fundament“, seiner Basis, „einer spirituellen Beziehung mit dem Herrn“. 

Kraftquellen. Gefragt nach seinen „Kraftquellen“, an denen dieser so jung wirkende, vielschichtige Mann den Kopf frei bekommt und Kraft tankt, kommt als Antwort ganz schnell: „Die Familie.“ Familie und seine Kinder sind ihm „sehr, sehr wertvoll“. Und dann ist da auch noch der Sport, genau genommen das Radfahren. In Dr. Spengers Raum in der Klinik hängt ein Rennrad an der Wand, „eines von mehreren Rädern“, wie er erklärt. „Dieses allein hat bereits 24.000 km ‚am Buckel‘ bzw. auf den Rädern.“

Es entspricht wohl dem Naturell dieses engagierten, klaren Arztes, der gelernt hat, viele verschiedene Dinge effizient unterzubringen, zusätzlich Ausbildungen zu absolvieren und Spezialfragen zu lösen, auch sein Hobby zu „steigern“. Aus dem Radfahren wurde der Triathlon. Dafür hat er „richtig schwimmen“ und so das Element Wasser schätzen gelernt. „Es gibt nach und ist trotzdem so kraftvoll und ruhig.“ Auch mag er den Triathlon, weil er seiner Meinung nach, nicht nur aus den drei Disziplinen besteht − Schwimmen, Radfahren undLaufen – sondern auch aus einem vierten Bereich: dem Wechsel. „Die Fähigkeit sich auf den jeweils anderen Bereich umzustellen, ist eine ‚Kunst‘ für sich“, ist Johannes Spenger überzeugt. Eine Kunst, der er sich immer wieder stellt, wie sein eigener Werdegang zeigt: „Ich bin Herausforderungen immer schon einfach angegangen, ohne zu überlegen, ob es mir selbst einen Vorteil bringt. Sondern weil sie da waren.“ 

DIESEN BEITRAG TEILEN